#3 | 2019
SYN] Magazin
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Düse für Sprints

Flatstream-Applikationen kommen in der Automobilproduktion vor allem beim Abdichten der Karosse zum Einsatz. Dabei wird ein Plastisol auf zum Beispiel Kanten, den Schweller oder flächig auf den Unterboden aufgetragen, um diese Bereiche vor Korrosion und Steinschlag zu schützen. Mit einer neuen Düse gibt Atlas Copco dabei jetzt noch mehr Gas.

Allgemein ermöglicht Flatstream hohe Durchflussraten bei kurzen Taktzeiten und ist damit eine sehr produktive Applikation. Der Auftrag zeichnet sich durch eine präzise Materialverteilung mit scharfen Konturen aus und sichert ein hochwertiges Applikationsbild. Grundsätzlich lassen sich mit herkömmlichen Flatstream- Düsen hohe Robotergeschwindigkeiten realisieren. Doch mit steigender Geschwindigkeit muss auch der Materialfluss erhöht werden, um die gewünschte Schichtstärke zu erzeugen. Durch den erhöhten Fluss fächert sich der Materialstrahl weiter auf und der Auftrag wird breiter. Damit muss sich die Robotergeschwindigkeit nach der gewünschten Auftragsbreite richten.

Doppelt so schnell

„Atlas Copco hat jetzt eine neue Düse entwickelt, die unabhängig von der Robotergeschwindigkeit eine konstante Breite erzeugt“, erklärt Lothar Gudat, Business Development Manager bei Atlas Copco IAS. „Damit lösen wir das Problem der variierenden Auftragsbreite bei herkömmlichen Düsen und ermöglichen höhere Robotergeschwindigkeiten und noch kürzer Taktzeiten.“ Umfangreiche Tests haben gezeigt, dass die neue Düse Robotergeschwindigkeiten von bis zu 1200 mm/s zulässt, während Standard-Düsen bei ansonsten gleichen Parametern nur bei bis zu 600 mm/s ein akzeptables Auftragsergebnis erreicht haben.

Auf langen Strecken Zeit sparen

Großes Potenzial bietet die neue Düse insbesondere bei längeren Applikationsstrecken ab 300 mm, zum Beispiel am Schweller oder auch im Innenraum. Auf diesen Strecken kann der Roboter richtig beschleunigen und Taktzeit gut machen. „Durch eine optimierte Roboterprogrammierung konnten wir bis zu 1,4 Sekunden pro Meter herausholen. Wir gehen davon aus, dass wir mit der neuen Düse 10 bis 20 Prozent Taktzeit sparen können – je nach Applikation und Prozess sogar mehr“, sagt Gudat.